Informativer Tag im Innviertel

  

Einen äußerst informativen Tag erlebte die Seniorenunion Rottal-Inn im Innviertel, genaugenommen im Bezirk Braunau. Das 1.  Ziel war den Reiseteilnehmern nahezu unbekannt - das Ibmer Moor. Mit einer Fläche von 2000 ha ist dies die größte zusammenhängende Moorlandschaft Österreichs. Auf einem Bohlenweg konnte man - vorbei an vielen Informationstafeln - einen kurzen Gang ins Moor unternehmen. Dann ging es nur ein paar Kilometer weiter nach Feldkirchen in die dortige Berglandmilch-Käserei, der größten Käserei Österreichs. Berglandmilch ist eine Genossenschaft von 13 000 Landwirten und hat 7 Standorte mit 1500 Mitarbeitern in Österreich. In Feldkirchen werden täglich 800 000 Liter Milch angeliefert und von den dortigen 120 Mitarbeitern zu Käse verarbeitet. Die Milchtanks in Feldkirchen fassen 2.2 Millionen Liter. Die täglichen 140 000 Liter Milch die von Karpfham kommen werden für den Export verwendet da sie aus Bayern kommen. Für 1 KG Käse braucht man 13 L Milch. Sie wird pasteurisiert, zentrifugiert und mit Lab und Milchsäurebakterien angereichert. In Feldkirchen werden 5 Käsesorten produziert, 4 Tonnen in der Stunde. In 3 Temperaturzonen kann der Käse im Hochregallager reifen. Er wird weltweit vertrieben. Nachdem man beim Vortrag schon verschiedene Käsesorten probieren konnte wurde im Werksladen natürlich fleissig eingekauft. Dann ging es weiter in die Ortschaft Feldkirchen. Dort hat die Gemeinde im Rahmen eines Leader-Projekts einen 4-Kirchen-Weg errichtet. Dieser ist als Wanderweg konzipiert der 19.5km lang ist. Vom schön gestalteten Andreas-Platz kann man alle 4 Kirchen der Gemeinde erblicken. Ein Mitarbeiter der Gemeinde erläuterte die Konzeption des Projektes sehr ausführlich. Weiter ging es dann zur Filialkirche Aschau. Der ursprünglich gotische Kirchenbau wurde barockisiert und 1736 erweitert. Der Turm stammt aus 1736. Bei einer Führung wurde die wertvolle Einrichtung ausführlich erklärt. Sehenswert auch das Chorgestühl von 1735. Letzte Station war dann das Gummiwerk Kraiburg in Gilgenberg, einem Zweigwerk des Hauptwerkes in Waldkraiburg. Betriebsratschef Hans Webersberger begrüßte die Rottaler sehr herzlich und freute sich, daß er "seinen" Betrieb vorzeigen kann. Am hiesigen Standort sind 400 Mitarbeiter beschäftigt, die hier Halb- und Fertigprodukte für die Reifen der Runderneuerungsindustrie fertigen. Verwendet wird Naturkautschuk aus Malaysia und Indonesien sowie Synthetischer Kautschuk aus dem Ostblock. Es wird Ruß aus Schweröl mit Natur- und synth. Kautschuk mit Schwefel und Kieselsäure erhitzt, gewalzt  und mit Trennmittel behandelt. Je nach Auftrag wird in 200 verschiedenen Profilen und Breiten gestanzt. Bei einem Rundgang durch die Produktionsräume konnten die einzelnen Arbeitsschritte hautnah miterlebt werden. Mit den runderneuerten Reifen können Laufleistungen bis zu 200 000 km erreicht werden. Eine gute Brotzeit im Betrieb rundete den sehr schönen Tag im Innviertel ab.